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Doris Stallmann

Bewusstsein

Ob bewusste Ernährung oder umweltbewusstes Verhalten, ob unterbewusste Wahrnehmung oder unbewusste Fehler: Jeder Mensch setzt sich ständig mit seinem Bewusstsein auseinander. Es bestimmt, wie er handelt, was er sagt, wie er andere und seine ganze Umgebung wahrnimmt. Doch was ist eigentlich Bewusstsein? Was bedeutet es, bewusst zu sein und warum ist es so wichtig?

 

Der Hauptgrund liegt darin, dass wir unser Leben nur dann in die Hand nehmen und selbstbestimmt verändern können, wenn wir bewusst sind. Bewusst zu sein bedeutet, aus allen Rollen und Identifikationen auszusteigen und uns zu hundert Prozent dem hinzugeben, was gerade da ist. 

Da wir die Angewohnheit haben, uns durch die Augen anderer Menschen zu sehen, bauen wir uns bereits sehr früh ein falsches Bild von uns selbst auf und vergessen dabei, wer wir wirklich sind. Wir spielen Rollen, um nicht verletzt zu werden und um das zu bekommen, was wir am meisten brauchen – Liebe, Anerkennung, Zugehörigkeit, Schutz… Dabei verstecken wir unser wahres Sein immer mehr hinter Masken und verlieren uns in den Rollen, die wir für unser ICH halten. 

Nachdem wir unsere Meinung über uns selbst größtenteils daran ausrichten, wie uns andere sehen, kommen wir aus dieser Nummer auch nicht so schnell heraus. Am Ende des Tages haben wir keine Ahnung mehr, wer wir wirklich sind und was wir wirklich wollen im Leben. Dieser Prozess der Selbsttäuschung wird zu einem der Haupthindernisse auf dem Weg zu Bewusstheit und Selbstverwirklichung.

 

Um wirklich bewusst zu sein und bei uns anzukommen, ist es notwendig alle falschen Vorstellungen, Selbstbilder und Beurteilungen fallenzulassen und uns in unserer absoluten Nacktheit zu erkennen – frei von allen Bewertungen des Verstandes. Wir müssen uns dafür nur folgende Frage stellen: “Bin ich wirklich der, für den ich mich immer gehalten habe?“

 

Unser ICH mag diese Frage überhaupt nicht, denn unser ICH identifiziert sich ausschließlich über die ganzen Selbstbilder, die wir uns ständig machen. Das Loslassen aller Identifikationen fühlt sich für unser ICH wie sterben an. Deshalb bekommt unser ICH große Angst, wenn es darum geht, in unsere wahre Natur einzutauchen und zieht alle Register, um uns davon abzubringen. Lieber wälzt es in einem fort die immer gleichen Gedanken, anstatt echtes, bewusstes Sein zu erleben. Jeder, der schon einmal meditiert hat, weiß wie schwer es ist, den Strom der Gedanken auch nur für 10 Minuten ziehen zu lassen und bei sich zu bleiben. Der Verstand verhält sich dabei wie ein Hund, der erst zufrieden ist, wenn er wieder einen Knochen gefunden hat, an dem er herumnagen kann. Der Knochen kann jedes x-beliebige Thema sein, das gerade auftaucht. Ob die Grübelei zu irgendetwas führt, ist dabei völlig egal. Was jedoch nicht egal ist, ist unser Bewusstsein. Wenn wir all dem nachgeben, was gerade auftaucht und uns forttragen lassen, sind wir nicht in unserer Mitte – sind wir nicht im Hier und Jetzt. Wir sind schlichtweg nicht da!

Demzufolge sind wir auch nicht in der Lage, unser Leben kreativ und intuitiv zu gestalten. Stattdessen gehen wir aus einer Rolle in die nächste, leben in den immer gleichen, alten Geschichten und schaffen Tag für Tag nur noch mehr von dem, was wir ohnehin schon kennen – und wundern uns, warum es immer wieder zu den gleichen Ergebnissen führt.

Um uns aus unseren Dramen zu befreien, ist es am wichtigsten, sie als Geschichten zu betrachten, anstatt sich mit ihnen zu identifizieren und sie für die Wahrheit zu halten. Darum auch der Vergleich mit den Rollen. In dem Moment, im dem wir ins Beobachten gehen, können wir – wie von außen – sehen, was gerade passiert. Wir landen dann zwar nach wie vor in unseren Rollen. Jedoch sind wir uns dessen bewusst. Und wenn wir uns dessen bewusst sind, dann wissen wir, dass wir uns wieder in einer unserer Rollen befinden. Wir können trennen zwischen uns und der Rolle. Und dann können wir uns bewusst dafür entscheiden, die Rolle – und damit den bisherigen Pfad – zu verlassen und einen neuen Weg einzuschlagen.

 

Die Biografie Analyse bringt bereits sehr viel Klarheit und holt viele verborgene Muster, Rollen und Handlungsstrategien ans Tageslicht. Das Experience Enlightenment geht ein Stück tiefer. In einem eigens dafür ausgerichteten Setting, steigen wir für ein paar Tage aus dem normalen Alltag aus und widmen uns nur der Suche nach unserer Essenz – nach dem, was wir hinter all unseren Rollen wirklich sind. Dabei können viele verborgene Anteile von uns ans Tageslicht kommen. Anteile von uns, mit denen wir um keinen Preis der Welt konfrontiert werden wollen – Schuld, Scham, Hass, Niedertracht, Feigheit, Neid, Eifersucht, Verrat, Rücksichtslosigkeit, Dummheit oder Versagen. Das alles kann auftauchen, wenn wir bereit sind, in den Spiegel zu blicken und den Widerstand gegen das aufgeben, was wir auch sind aber auf keinen Fall sein wollen.

Meist stecken gerade hinter den Anteilen von uns, die wir am meisten fürchten, unsere größten Potentiale – unsere größte Kraft, unsere größte Lebendigkeit und das, was uns wirklich ausmacht. Der Schlüssel dazu ist bewusste Innenschau und der Mut, die Wahrheit anzunehmen, wie immer sie auch sein mag.
Würden wir uns dauerhaft, von allen Rollen befreien, wären wir in einem Zustand der Erleuchtung. Wir wären mit nichts mehr identifiziert und nur noch reines, pures Bewusstsein. Deshalb ist für uns Bewusstsein der Schlüssel für alles.
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